virus[lat.>giftiger saft<]: erreger von infektionskrankheiten bei menschen, tieren, pflanzen und bakterien. als virus bezeichnet man infektiöse biochemische einheiten mit einer bestimmten partikelstruktur. über ihre zurodnung ( lebender organismus oder unbelebte materie ) herrscht noch unklarheit. viren sindauf lebende wirtszellen angewiesen, besitzen keinen eigenen stoffwechsel, haben entweder nur desoxyribonucleinsäure oder nur ribonucleinsäure und gehören einer bestimmten größenordnung an. nacheindringen eines virus in eine wirtszelle und umprogrammierung des stoffwechsels der befallenen zelle entsteht jeweils eine neue generation von virusteilchen. die dna des wirts kann dabei, abgängig von der art und wirkungsweise des virus, dauerhaft verändert werden
verstünde man für einen augenblick lang gropiusstadt als einen organismus mit charakteristischer dna, die sich aus der bevölkerungs- und sozialstruktur, der bausubstanz, den bewegungströmen innerhalb des gebiets, den tätigkeiten der bewohner, ihrer gedanken und ihrer wahrnehmungen und vielen anderen spezifischen gegebenheiten zusammensetzt, könnte man auch bei der suche nach einer möglichkeit, gropiusstadt eine neue identität zu verleihen, die natur zum vorbild nehmen.
in der oben stehenden beschreibung ist das verhalten bzw. die funktionsweise von viren grob umrissen. diese kleinen teilchen dringen in die dna von wirtszellen ein, programmieren sie um und verändern damit in vielen fällen den ganzen betroffenen organismus. wir haben uns für den kunst- und theaterunterricht als identitätsstiftendes instrument entschieden. der analogie folgend ist es unser ziel, die bewohner der gropiusstadt mit dem virus creativus zu infizieren, unseres erachtens nach der ansteckendste virus seiner art.
die kreativen unterrichtsfächer, die bisher in den umliegenden schulen stattfinden, bilden die keimzellen unseres virus creativus. die dort entstandenen viruskulturen sammeln wir am und im wutzkycenter, das ideell und baulich als wirt dient. hier addieren sich die verschiedenen virenstämme nicht bloß, sondern multiplizieren sich ihrer natur gemäß. es kommt zur erstinfektion, indem der kreative unterricht der schüler öffentlich zugänglich und erlebbar gemacht wird. Passanten und Bewohner können das kreative schaffen der schüler verfolgen und u.u. sogar selbst mitwirken. sie sind infiziert und tragen den virus nach hause, wo durch weitergabe ihrer erlebnisse und eindrücke weitere menschen infiziert werden, die wiederum ihrerseits andere infizieren. der virus creativus breitet sich so nach und nach über die gesamte gropiusstadt und schließlich, so hoffen wir, sogar über die grenzen des unterbezirks hinaus aus und verleiht ihm auf diesem weg eine neue kreative identität und seele; die dna der gropiusstadt wird umprogrammiert.
kreative fächer der umliegenden schulen, wie kunst, darstellende spiel und film werden outgesourced und bekommen neue Räumlichkeiten am Rotraut-Richter-Platz / Wutzki-Center
die räumlichkeiten öffnen sich zum platz hin und sollen damit "zuschauer" und anwohner einladen, begonnen wird damit schon in der u-bahn station
Die fassade des wutzki-Centers soll als projektionsfläche der ergebnisse aus den verschiedenen fächern und kursen dienen und damit als "magnet" für die öffentlichkeit fungieren
An ausgewählten punkten in gropiusstadt werden infopoints mit dem wochenprogramm des rotraut-richter-platzes aufgestellt um die Bewohner aufmerksam zu machen
ziel
komplettes kreatives potenzial von den schulen aus gropiusstadt wird ausgeschöpft und durch den zusammenschluß vervielfältigt
projekte-/kursvielfalt im visuellen, kreativen bereich der schulen wird ermöglicht
"locals" aller altersgruppen werdem schon mit dem ankommen in gropiusstadt in in die ausstellung eingeladen
rotraut-richter-platz als identifikationsmerkmal von gropiusstadt
schüler werden durch die veröffentlichung ihrer arbeiten gesellschaftlich relevanter und gewinnen an annerkennung, die sie eventuell in der Schule nicht genießen